Page 5 - Aarauer Woche - KW 20 - 2026
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FREITAG, 15. MAI 2026 SEITE 5
«Bewusstes Erleben und echte Begegnungen»
Der Kanton Thurgau begeistert mit Natur, Kultur und beson- tungen bekannt gemacht. Was zu steigern. Für den Erfolg ist
deren Erlebnissen – von aussergewöhnlichen Unterkünften bis macht dieses Konzept so erfolg- Engagement auf beiden Seiten
zu stimmungsvollen Schifffahrten in der Drei-Länderregion. reich – und welche weiteren be- notwendig.
Tourismusdirektor Adrian Braunwalder setzt auf Nachhaltig- sonderen Unterkunftsformen
keit und Vielfalt – und zeigt, was den Mostkanton so beson- ergänzen das Angebot heute? Welche Vision verfolgen Sie für
ders macht. Die Bubble-Hotels und Himmel- den Tourismusstandort Thurgau
betten wie «Schlafen unter dem bis 2030?
Wie positioniert sich der Thur- Vom Seeufer über die Rebberge Apfelbaum», Schwebebett, oder Wir möchten den Thurgau bis
gau heute im Wettbewerbsum- bis hin zu ländlichen Hofbetrie- Schlafen im Strandkorb, treffen 2030 von einem Geheimtipp zu
feld der Schweizer Tourismus- ben: Wie würden Sie die kuli- den Zeitgeist. Sie bieten ein ein- einer Must-see-Destination ent-
regionen – und wodurch hebt er narische Identität des Thurgaus zigartiges Erlebnis unter freiem wickeln. Unser Ziel ist es, die Re-
sich klar ab? beschreiben? Himmel. Naturnahe Übernach- gion als vielseitiges, nachhaltiges
Adrian Braunwalder: Der Thur- Die kulinarische Identität des tungen und Glamping ergänzen Ferienziel zu etablieren, das Na-
gau ist eine landschaftsstarke Thurgaus lebt vom Terroir-Prin- das Angebot und bieten Gästen tur, Kultur und Erlebnisse ein-
Destination und bietet authenti- zip. Die Apfel- und Mosttradition aussergewöhnliche Übernach- zigartig miteinander vereint.
sche Erlebnisse abseits des Mas- prägen die Region stark. Aber Bilder: Thurgau Tourismus tungen inmitten intakter Natur.
sentourismus. Hier finden Gäste auch die Weinkultur und wei- Adrian Braunwalder, Geschäftsleiter Welche strategischen Projekte
Ruhe in einer Landschaft, die tere Bodenschätze prägen die Thurgau Tourismus. Die Erwartungen der Gäste ver- oder Innovationen stehen aktu-
aber auch perfekt für Entdecker kulinarische Identität. Es wird ändern sich stetig – insbeson- ell besonders im Fokus?
ist. Ein Qualitätstourismus, der Wert gelegt auf kurze Wege zwi- der Mosterei Möhl. Als Fami- dere in Bezug auf Nachhaltigkeit Die 2026 lancierte Themen-
im Einklang mit der Natur und schen Produktion, Gastronomie lienunterkünfte sind die schö- und Individualisierung. Wie be- welt Naturliebe wird die Region
den Bedürfnissen der Bevölke- und Gästen. Ein Parade beispiel nen Campingplätze in Ufernähe gegnet Thurgau Tourismus die- noch enger miteinander verbin-
rung steht. hierfür ist das Null-Kilometer- beliebt. Badeplätze und Aben- sen Entwicklungen strategisch? den – in den Bereichen Natur,
Menü der Kartause Ittingen, das teuerspielplätze hat es wie Sand Nachhaltigkeit liegt uns am Her- Kultur und Genuss. Im Frühling
Der Thurgau-Bodensee gilt als aus eigenen Erzeugnissen be- am Meer – da lässt es sich be- zen. Wir haben das Swisstaina- und Herbst bieten wir erstmals
vielseitige und naturnahe Fe- steht und einen wichtigen Bei- sonders gut austoben. ble-Label des Schweizer Tou- das Typisch-Thurgau-Erlebnis-
rienregion. Welche besonderen trag zur Regionalität und CO2- rismusverband erlangt sowie programm mit authentischen
«Perlen» machen die Region aus Reduktion leistet. Welche kulturellen, touristi- den Lead des Innotour-Projekts Erlebnissen an. Darüber hin-
Ihrer Sicht einzigartig? schen oder wirtschaftlichen Nachhaltigkeitsmanagement, aus fördern wir die Entwick-
Der Startschuss für die Thur- Welche konkreten Angebote Leuchttürme prägen das Profil das unsere Branche auf dem Weg lung von Tourismusstrukturen
gauer Saison fällt jedes Jahr mit und Erlebnisse machen den des Thurgaus besonders stark? in eine umweltfreundliche Zu- in Grenzgebieten und intensi-
der Blueschtzeit, wenn sich die Thurgau besonders attraktiv für Im Thurgau sind es nicht die kunft unterstützen wird. Wir be- vieren die Zusammenarbeit mit
Region in ein weiss-rosa Blüten- Familien? grossen Leuchttürme, die glän- gleiten unsere Partner als Weg- Nachbarorganisationen, um die
zen, sondern die Orte und Ereig- weiser und unterstützen unsere Region noch besser zu vernet-
nisse, die durch ihre Geschichte Partner dabei, nachhaltiger zu zen. Ein Beispiel dafür ist das
und Ausstrahlung beeindrucken. werden. Das ist unsere Rolle. Projekt Hörnli-Bergland, das
Die Kartause Ittingen ist ein be- wir gemeinsam mit den Tou-
deutendes Kultur- und Begeg- Wie wichtig ist die Zusammen- rismusorganisationen Toggen-
nungszentrum, während das arbeit mit lokalen Betrieben, burg Tourismus und Standort-
Napoleonmuseum auf dem Are- Gemeinden und Leistungsträ- förderung Zürcher Oberland ins
nenberg internationale Bekannt- gern für eine erfolgreiche Desti- Leben gerufen haben. Ziel die-
schaft geniesst. Historische Orts- nationsentwicklung? ses Projekts ist es, die voralpine
kerne wie Bischofszell, Arbon, Die Zusammenarbeit mit lokalen Landschaft rund um Hörnli,
Diessenhofen und Gottlieben so- Akteuren ist entscheidend, um Schnebelhorn und Tössstock
wie unsere vielfältige Museen- das Gästeerlebnis zu gestalten. als lebendigen Natur- und Kul-
landschaft sind wertvolle Zeit- Thurgau Tourismus agiert ko- turraum nachhaltig zu stärken.
zeugen der Region. Auch unsere ordinierend und unterstützend,
aussergewöhnlichen Übernach- um gemeinsam mit Partnern das Wenn Sie einen Wunsch für die
tungen, wie die Himmelbetten, Angebot zu entwickeln und die zukünftige touristische Entwick-
Ein geografischer Trumpf: Die Drei-Länderregion lädt ein per Schiff den Boden- strahlen mit den Sternen um Region als attraktive, vielfältige lung des Thurgaus frei hätten –
see zu entdecken. die Wette. Veranstaltungen wie Destination zu stärken. welcher wäre das?
die Paddel-Parade, das SUP-Kino Ich wünsche mir, dass wir Thur-
meer verwandelt. Den Untersee Bei der Rugelreise in Frauen- und der beliebte slowUp Boden- Wie unterstützt Tourismus Thur- gauer den Kanton im Selbstver-
und den Rhein per Schiff ent- feld sorgen zwölf spannende Ku- see ziehen Besucher weit über gau kleinere Betriebe dabei, ständnis noch stärker als Tou-
decken, versprüht ebenfalls be- gelbahnstationen für Spiel und die Kantonsgrenze hinaus an. ihre Sichtbarkeit und Wettbe- rismuskanton verankern. Der
sondere Magie: Vorbei an histo- Spass. Die Piratenschule lädt Und nicht zuletzt ist die Drei- werbsfähigkeit zu stärken? Tourismus hat das Potential,
rischen Orten und verträumten kleine und grosse Abenteurer Länderregion ein geografischer Durch die Mitgliedschaft sichern einen grösseren Beitrag zur
Fischerhäusern verbindet hier ein, mit Zaus und Huberta den Trumpf – wo sonst werden Lan- sich kleinere Betriebe Zugang Wirtschaftsleistung des Thur-
eine der schönsten Wasserrei- Thurgau auf einer aufregenden desgrenzen durch eine kurze zu vielfältigen Kommunika- gaus zu leisten und die Region
sen Europas Natur, Kultur und Schatzsuche zu erobern. An Schifffahrt oder einen Spazier- tionsmassnahmen und Dienst- national und international be-
Erlebnis. Unser Terrain mit Schlechtwettertagen lockt der gang überwunden? leistungen. Webinare und mass- kannter zu machen.
sanften Hügeln, endlosen Natur- Arbopark, ein grosser Indoor- geschneiderte Angebote helfen,
wegen und ruhigen Strassen ist Freizeitpark, oder ein Besuch Die Bubble-Hotels haben den ihre Sichtbarkeit zu erhöhen Interview: Corinne Remund
schliesslich ideal zum Velofah- im Naturmuseum Thurgau oder Thurgau als Pionierregion für und ihre Wettbewerbsfähigkeit
ren für jedes Niveau. im interaktiven MoMö-Museum aussergewöhnliche Übernach- in einer dynamischen Branche www.thurgau-bodensee.ch
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Rotkreuz-Angebote erreichen 21'621 Menschen
Das Aargauer Rote Kreuz unterstützte dank 946 Freiwilligen,
50'392 Mitgliedern und vielen Spender/innen auch im Jahr
2025 Menschen im Aargau, die im Alltag auf Hilfe angewiesen
sind. 169'388 Stunden waren die Freiwilligen des Schweizeri-
schen Roten Kreuzes (SRK) Kanton Aargau im Jahr 2025 für
ihre Mitmenschen im Einsatz. Mit 2'253 Besuchen schenkten
die Freiwilligen des Besuchs- und Begleitdienstes Menschen
mehr Freude. 6'247 Fahrgäste nahmen dank des Fahrdiens-
tes ihre medizinischen Termine wahr, was ihnen Sicherheit
gab und Angehörige entlastete. 164 Menschen mit einer psy-
chischen oder körperlichen Beeinträchtigung erhielten in den
beiden Tageszentren in Aarau und Frick eine individuelle Be-
treuung, die ihren Angehörigen wertvolle Pausen verschaffte.
Durch den Schreibdienst erhielten 392 Personen Unterstüt-
zung. In den Rotkreuz-Bildungsangeboten erwarben 1'608
Kursteilnehmende Kompetenzen, die sie in Betreuungs- und
Pflegesituationen, sowie im Alltag anwenden können. pd
www.srk-aargau.ch

