Page 7 - Lenzburger Woche - KW 49 - 2015
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WIRKA Freitag, 4. Dezember 2015 Seite 7 WIR-ler verlassen die Komfortzone Beim Business-Treffen der WIR-Gruppe Aargau bei der Firma Heggli Eisenwaren in Oftringen forderte Referent Bernhard Grimm die Teil- nehmer auf, alte Zöpfe ab- zuschneiden und Altbekann- tes konstruktiv zu hinterfra- gen. «Als Unternehmer ist es hilfreich, wenn wir ab und zu unsere Komfortzone ver- lassen und uns Neuem gegen- über öffnen», lieferte Kommu- nikationstrainer Grimm ei- nen Denkanstoss. Rund 20 Mitglieder der WIR- Gruppe Aargau wollten beim Christian Müller (Präsident der Business-Treffen bei der Firma Bilder: Walter Ryser WIR-Gruppe Aargau) begrüsst die Heggli Eisenwaren in Oftringen Aufmerksam verfolgen die Teilnehmer das Referat von Bernhard Grimm Teilnehmer des Business-Treffens erfahren, wie man sich von Al- tem lösen und Neuem gegenüber genüber öffnen zu können, muss der Meinung. Man dürfe deshalb öffnen kann. Dafür hatte Chris- trainiert werden», sagte er und ab und zu die Komfortzone ver- tian Müller, Präsident der WIR- forderte die Anwesenden auf, lassen, forderte er die Anwesen- Gruppe Aargau, einen kompe- bei kleinen, alltäglichen Ge- den auf. «Seid mutig, denn das tenten Redner engagiert. Der wohnheiten zu beginnen. Risiko ist die Bugwelle des Er- 56-jährige Kommunikations- folges», schloss Grimm sein Re- trainer Bernhard Grimm aus Unser grösstes Hindernis auf ferat. Gümligen führt seit über 30 Jah- dem Weg zu Neuem sei das kau- ren Seminare durch, hält Fach- sale Denken, das die Handlungs- Zuvor gewährte Leonz Heg- referate und schult Kaderleute. weise erwachsener Menschen gli einen Blick in sein Unter- Er hielt gleich zu Beginn den An- weitgehend bestimme. «Wir ha- nehmen, die Heggli Eisenwa- wesenden den Spiegel vor und ben gelernt, dass ein Filzstift, ren AG in Oftringen, die er 1991 wies darauf hin, dass wir seit ein Filzstift ist. Ein Kind dage- als Einzelfirma Heggli Eisenwa- Jahren tagtäglich Dinge tun gen sieht darin, ein Mikrophon, ren in Aarburg gründete. Die be- würden, ohne zu wissen, wes- eine Rakete oder einen Lippen- scheidenen Räumlichkeiten an halb wir sie tun. stift, weil es noch nicht kausal der Frohburgstrasse in Aarburg denkt.» Das führt Grimm zu fol- dienten ab dem 13. September «Der Mensch gewöhnt sich an gender Schlussfolgerung: «Wir 1991 als Verkaufs- und Lager- Abläufe, vieles machen wir ein- können vorgeben, was sein soll. räume. Nach langem Suchen fach automatisch, weil wir es Daraus ergeben sich neue Ideen für einen geeigneten Standort schon immer so gemacht ha- und Ansätze für ihr Geschäft sei man im Jahr 2000 in Oftrin- ben», stellte er fest. Für Grimm und letztendlich führt das zu gen an der Baslerstrasse fündig ist deshalb klar, dass wir unser mehr Kunden, Umsatz und Ge- geworden und konnte man mit ganzes Tun ab und zu hinterfra- winn.» Alles sei bloss eine Frage, dem Bau des Verkaufs-Centers gen sollten. «Es muss nicht stän- wie man an eine Sache heran- beginnen. 2002 wurde das Ei- dig alles erneuert werden, aber gehe, hielt Bernhard Grimm senwarengeschäft in Oftringen manchmal hilft es schon, wenn fest. mit über 1000 Quadratmeter man etwas hinterfragt und er- Verkaufs- und Lagerfläche er- leichtert feststellt, dass alles, 1000 m Verkaufs- öffnet. Die spätere Überführung 2 was wir tun, immer noch seine und Lagerfläche von der Einzelfirma in eine Ak- Gültigkeit hat und sich nach wie Kreativ unterwegs sein bedeute tiengesellschaft sowie der kon- vor bewährt.» Deshalb müsse nichts anderes, als aus beste- sequente Ausbau der Indust- man das Rad nicht neu erfin- hendem Material etwas Neues rie-, Gewerbe- und Privatkun- den, aber man müsse sich stets entstehen zu lassen. Grimm den liessen die Firma wachsen. bemühen, dieses am Laufen zu stellte aber auch die Frage in Heute beschäftigt die Heggli Ei- halten. den Raum, ob der Mensch über- senwaren AG inklusive zwei Ler- haupt geschaffen sei für Neues nenden zehn Mitarbeiter und ist Vom kausalen Denken und wies darauf hin, dass die Lieferant für qualitativ hochste- entfernen Evolution dies nicht vorgesehen hende Elektrowerkzeuge, Motor- Damit man alte Pfade verlassen habe. Der Mensch sei geschaf- geräte, Werkzeuge und Befesti- könne, müssten wir uns vorerst fen, um Grundbedürfnisse zu gungsmaterialien für Stein, Me- bewusst werden, mit welchen befriedigen, deshalb würden wir tall und Holz bearbeitende In- Gewohnheiten wir täglich un- von Natur aus Neuem gegenüber dustrie-, Gewerbebetriebe sowie terwegs seien. Grimm wies dar- skeptisch entgegentreten. «Das für Privatpersonen. auf hin, dass wir immer mit dem ist grundsätzlich kein schlech- gleichen Bein aufstehen wür- ter Charakterzug, in einem den, die Kleider nach einem be- nächsten Schritt dürfen wir uns Walter Ryser stimmten Ritual anziehen und dann aber durchaus dem Neuen unsere Uhr immer am gleichen gegenüber öffnen», ist Grimm Handgelenk tragen würden. Er forderte deshalb die Anwesen- den auf, einmal die Uhr am an- dern Handgelenk zu tragen. Die meisten Business-Treff-Teilneh- mer bestätigten, dass sich dieser Wechsel komisch, ungewohnt, ja sogar störend anfühlt. «Gewohnheiten vermitteln uns Sicherheit und eine gewisse Struktur», betonte Grimm. «Sie sind wertvoll, so lange sie uns in unserer Innovation nicht brem- sen», fügte der Kommunikati- onstrainer hinzu. Das Durchbre- chen von Gewohnheiten lasse sich nicht einfach so bewerk- stelligen, bemerkte der Referent. Die Heggli Eisenwaren AG verfügt über ein grosses Sortiment an Waren «Die Fähigkeit, sich Neuem ge- und Produkten Referent Bernhard Grimm forderte die WIR-ler auf, die Komfortzone zu verlassen
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