Page 3 - Muri Woche - KW 50 - 2023
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DIENSTAG, 12. DEZEMBER 2023 SEITE 3
FORTSETZUNG
Wer zu uns kommt, ist oft über- Zeit (1935 und 1955) geschrie- finierten Strecken und Gebieten
wältigt von der Vielfalt und Kom- ben wurden, aber auch heute geplant sind. Es braucht aller-
petenz. Selbst Leute, die in der noch aktuell sind. dings noch Zeit, bis die Techno- Mit spitzer Feder …
Branche arbeiten, anerkennen logie so weit entwickelt ist, um
die Aussergewöhnlichkeit unse- Wie sind wir 2043 auf den Stras- sie überall einzusetzen.
res Betriebs. Das grosse Poten- sen unterwegs?
zial war für mich offensichtlich, Wahli: Das ist eine Frage, wel- Als Geschäftsmann verfolgen
alleine aufgrund der phänome- che von vielen Faktoren ab- Sie sicher Visionen.
nalen geografischen Lage mitten hängt und somit nicht so ein- Wahli: Visionen ist vielleicht das Glücklich,
auf der Drehscheibe Nord-Süd fach zu beantworten ist. Klar ist; falsche Wort, weil wir irgend-
und Ost-West. Unser Einzugs- dass die Entwicklung der Tech- wann mit der Realität konfron- allein zu sein
gebiet umfasst Gebiete in den nologie des Fahrzeugherstellers tiert sind. Das Autocenter Safen-
Kantonen Aargau, Luzern, Bern, eine wichtige Rolle spielt, aber wil soll in Zukunft weiterhin das
Solothurn und Baselland, das ist die Umsetzung ist auch abhän- Kompetenz-Center in der Re-
einmalig. Von daher waren die gig von anderen Aspekten. Bei- gion sein, indem wir in die Aus-
künftigen Entwicklungsschritte spielsweise um Elektro-Fahr- bildung unserer Mitarbeitenden Je älter ich werde, desto mehr habe ich keinen Skrupel, auf der
absehbar. zeuge zu fahren, brauchen wir und in unsere Infrastruktur in- gefällt es mir, alleine zu sein. Ich Strassen den ersten Menschen,
auch genügend Verfügbarkeit vestieren. Wir müssen auch in habe mich in Beziehungen im- der mir über den Weg läuft, da-
Inwiefern haben Sie den Betrieb von Strom. Das heisst, wenn wir Zukunft ein attraktives Angebot mer zu sehr angepasst und da- rum zu bitten.
geprägt? mehr Elektro-Fahrzeuge auf der haben, welches durchwegs die bei zu oft meine eigene Grenze
Steiner: Nun, es war alles im- Strasse wollen, dann muss auch neusten und besten Technolo- überschritten. Ein fataler Fehler, Es gibt Menschen, die quält mein
mer Teamarbeit, ich habe nie sichergestellt werden, dass dem gien anbietet. Die Emil Frey AG der mir nie mehr passiert. Jetzt Beziehungsstatus viel mehr als
etwas alleine gemacht. Was ich ganzen Netz genügend Strom will DER Fachmann sein für al- bin ich seit ein paar Jahren Sin- mich selbst. Die geben mir das
versuchte, einzubringen, war geliefert werden kann. Sollte die les rund um die Mobilität. (Fahr- gle und geniesse die Zeit mit mir Gefühl, etwas stimme nicht mit
der Glaube an die regionale Ent- Menge der Elektro-Fahrzeuge zeug, Finanzierung, Versiche- in vollen Zügen. Ich habe mich mir. Sie empfehlen mir immer
wicklung im Mittelland, welche zunehmen, könnte dies eine rung, Auto-Abo, usw.). Unsere selbst gefunden, bin endlich an- wieder mal, mich auf einer On-
eben mit Wachstum verbunden grosse Herausforderung sein. Kundschaft und ihre Bedürfnisse gekommen und somit in meiner line-Datingplattform anzumel-
war. Am Anfang hatte ich gros- Auch beim autonomen Fah- müssen im Mittelpunkt stehen. Balance. Niemand stört meine den. Für mich wäre dies Stress
sen Respekt vor den Dimensio- ren müssen weitere Aspekte be- Steiner: Wir sprechen nie von Energieflüsse – was bei mir als pur. Sie sehen nicht, dass es
nen in Safenwil. Heute ist die rücksichtigen werden. Die ganze Visionen, sondern von Entwick- hochsensibler Mensch entschei- auch eine Freiheit – ja geradezu
im Autocenter gelebte Vielfältig- rechtliche Umgebung muss be- lungen. Indem wir unser Um- dend für eine gute Lebensquali- ein Privileg ist – sich nicht um
keit für uns alle selbstverständ- reit sein und weitere Techno- feld laufend beobachten, sehen tät ist. Ich gehe Kaffee trinken, andere sorgen zu müssen, res-
lich, weil das Wachstum hin zu logien müssen auch verfügbar wir auch immer wieder Chan- besuche ein Museum, mache pektive niemanden umsorgen zu
den 18 Markenvertretungen als sein. Die 5G-Technologie unter- cen, die sich bieten. Wir wol- Ausflüge oder esse in einem müssen ausser sich selbst. Ich
Folge einer natürlichen Ent- stützt sicher diese Entwicklung. len zukunftsfähig bleiben, denn Restaurant zu Mittag oder zu habe zudem das Gefühl, viele
wicklung geschah. Wahrscheinlich wird es auch in wir tragen unseren Mitarbeiten- Abend. Nichts davon beschert Menschen haben Angst vor dem
Selbstverständlich mussten Zukunft nicht nur eine, sondern den wie selbstverständlich auch mir ein ungutes Gefühl. Ganz Alleinsein und trennen sich des-
wir auch Rückschläge verkraf- verschiedene Antriebsarten im unseren Kunden gegenüber Ver- im Gegenteil: Ich gehe gerne al- halb nicht. Lieber zahlen sie den
ten, indem wir Marken verlo- Angebot haben. Somit wird der antwortung. Auch in diesem Zu- lein ins Kino, ins Konzert oder hohen Preis und verharren in ei-
ren, zum Beispiel, weil sie sich Kunde seine Kaufentscheidung sammenhang ist es sehr wichtig, ins Theater und wohne am al- ner unglücklichen, nicht selten
aus Europa zurückzogen, so nach seinen eigenen Bedürfnis- dass wir stets neugierig bleiben. lerliebsten ohne Mitbewohnerin toxischen Beziehung. Entweder
wie damals Daihatsu, Chrysler/ sen und eigenem Nutzen tref- und ohne Mitbewohner. Allein. realisieren sie es nicht oder wol-
Dodge oder MG/Rover, welche fen. Genau so ist und wird das Philipp Kissling Sogar ein Haustier ist mir zu viel len es nicht realisieren, oder ha-
die Produktion in England auf- Emil Frey Autocenter Safen- – diese Verantwortung will ich ben ganz einfach nicht die Kraft
gegeben hatten. Unsere Stärke wil positioniert, um jeden Inte- ZUR PERSON (momentan) nicht mehr. oder den Mut auszubrechen.
ist, dass wir in solchen Situa- ressenten und Kunden die pas- Aber das sollte man unbedingt
tionen neue Chancen suchen sende Mobilitätslösung anbieten André Steiner über seine per- Ich liebe es, alleine unterwegs zu aufbringen, wenn es nicht mehr
und nutzen. Diesbezüglich war zu können. sönliche Zukunft: «Ich werde ab sein und wie eine einsame Berg- stimmt. Man hat nur ein Leben
ich vielleicht der Vordenker, in 2024 mein Pensum etwas re- löwin durch die Wildnis zu strei- und nicht unbegrenzt Zeit.
der Umsetzung kam es aber auf Wovon hängt der Fortschritt ab duzieren und mich für Aufga- fen. Wenn ich ohne Begleitung
die Leistung der gesamten Be- beim autonomen Fahren? ben und Projekte innerhalb der unterwegs bin, will ich meistens Dass ich keine Kinder will,
legschaft an. Wahli: Es wurde bereits viel Gruppe engagieren. Ein Projekt gar nicht angesprochen werden, wusste ich schon immer. Und
über dieses spannende Thema betrifft die Emil Frey Classics sondern bevorzuge die Fortset- so habe ich auch nie jemanden
Das Emil Frey Autocenter Sa- geschrieben. Die autonome Mo- Auctions, die wir ab 2024 lan- zung meiner selbst gewählten zum Nestbau gesucht. Wir wer-
fenwil ist eine Garage mit gros- bilität in Zusammenhang mit cieren und zweimal jährlich im Tätigkeit. Ich höre dabei gerne den in unserer Gesellschaft so
ser Ausstrahlung in der Region. der neuen 5G-Technologie wird Classics Center Safenwil durch- anderen zu, denke nach, be- stark dahingehend sozialisiert,
Wie gehen Sie diese neue Her- immer konkreter. Dabei fällt führen wollen. Auf diese Arbeit obachte oder beschäftige mich dass wir nach der zweiten Hälfte
ausforderung an? auch immer wieder der Begriff freue ich mich ebenso wie viel- mit mir selbst. Oftmals erhole suchen müssen. Uns wird in Fil-
Wahli: Mein erster Gedanke ist: «Smart City». Diese Techno- leicht auch etwas mehr Zeit für ich mich so von meinem intensi- men und Bücher vermittelt, erst
«Mit viel Respekt». Ein gros- logie sollte aber in einem ers- andere schöne Dinge zu haben, ven Sozialleben im Büro und bei glücklich zu sein, wenn wir das
ser Vorteil für mich ist, dass ich ten Schritt, eher in urbanen die mir ebenfalls wichtig sind.» meiner Familie, respektive mei- passende Gegenüber gefunden
seit 2007 mehrere Positionen in Lebensräumen zum Einsatz Laurent Wahli über seinen Wer- nem älteren Vater. Ich geniesse haben. Ich musste erst lernen,
der Gruppe innehatte und so- kommen, wo die Mobilitäts- degang: «Ich bin im Welschland es, Zeit für mich zu haben, ohne dass es noch andere Lebens-
mit konnte ich viele Erfahrun- dichte entsprechend hoch ist. aufgewachsen und lebe mit mei- dabei zu Hause zu sein. Ich bin formen gibt und es ok ist, wenn
gen sammeln, welche mir nun Bei voller Funktionalität sollte ner Familie seit vielen Jahre in gerne draussen, dort, wo etwas man alleine lebt. Erst als ich ak-
für die neue Aufgabe sicher- diese Technologie es dann er- der Region Zofingen. Ich habe passiert, wo sich andere treffen. zeptierte, dass ich gar nieman-
lich helfen werden. Wir leben in möglichen, dass es zu praktisch eine Lehre als Automechaniker Deswegen gehe ich gerne allein den brauche und so mit mei-
einer Welt mit vielen Kennzah- keinen Staus mehr kommt, der mit einer Berufsmatur absol- aus – besonders an Orte, wo nem Singleleben im Reinen war,
len, welche für uns auch wich- Verkehr flüssig rollen kann und viert. Danach folgte das Studium mich niemand kennt. konnte ich mein Leben frei und
tig sind. Entscheidend ist und somit noch umweltfreundlicher zum Automobilingenieur in Biel, glücklich ganz nach dem Motto
bleibt aber der Mensch! Es gibt wird. Ein weiterer wichtiger As- welches ich später mit einem Klar, gibt es Situationen, in de- «follow your dreams, not your
zwei sehr interessante Briefe, pekt, dank der Vernetzung der MBA in General Management nen das Single-Dasein subopti- boyfriends» gestalten. Zudem –
welche unser Gründer Emil verschiedenen Systeme (Fahr- ergänzt habe. Seit 2007 arbeite mal ist, wie beispielsweise beim das eigene Ich findet man in der
Frey verfasst hat. Der erste Brief zeuge, Handy, usw.) ist, dass die ich für die Emil Frey Gruppe, zu- Brotkaufen. Zwischen Gip- Einsamkeit!
richtet sich an «meine geehrte Sicherheit auf unseren Strassen erst beim Importeur Toyota AG in feli und Mini-Bürli und halbkilo-
Kundschaft», in welchem er die noch verbessert wird. Safenwil. Später konnte ich in- schwerem Brotmocken steht ja Apropos – für alle (Männer), die
Firmenwerte beschreibt. Zum Wir können uns alle auf das tern die Stelle wechseln und in kein wirkliches Brot für den Sin- nun ihre Chance gewittert ha-
Beispiel ist beschrieben, dass autonome Fahrzeug von Google der Filialleitung in Zürich arbei- gle-Haushalt zur Auswahl. Es ben, lasst es lieber gleich. Es
wir unsere Kunden stets prompt erinnern. Dies ist schon bald 20 ten. Zudem war ich auch kurz für sind diese klitzekleinen Dinge im gibt einen Korb, denn alles ist
und fachmännisch bedienen Jahre her und ist noch nicht auf die Emil Frey international tätig. Alltag, die manchmal etwas Ner- gut. Ich möchte weiter frei und
müssen. Im zweiten Brief steht, der Strasse. Aber solche Projekte In den letzten 3 Jahre durfte ich ven kosten. Letztens mühte ich unabhängig meinen Weg be-
wie wir mit den Mitarbeiten- sind trotzdem wichtig, weil sie des Weiteren, im Auftrag der Fi- mich minutenlang damit ab, den schreiten, durchs Leben tanzen
den, aber auch untereinander die Forschung fördern. Dies hat lialleitung, den Emil Frey Betrieb Reissverschluss meines Kleides und lachen – allein.
umgehen sollten, um stets mo- zum Beispiel zum Thema «Sen- in Biel führen. Es ist mir eine am Rücken irgendwie zu öffnen.
tiviert und mit Freude bei der soren und Fahr-Assistent» viel Ehre, als Nachfolger von André Zwei Pausen legte ich ein, so Herzlichst,
Arbeit zu sein. Es ist faszinie- in Bewegung gebracht. Im Mo- Steiner die Leitung des Autocen- anstrengend war das. Meistens Ihre Corinne Remund
rend, wenn man bedenkt, dass ment gibt es verschiedene span- ters Safenwil zu übernehmen.» schaffe es ich es – ansonsten Verlagsredaktorin
die beiden Briefe vor so langer nenden Projekte, welche auf de-

