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MURI WOCHE
Dienstag, 14. Mai 2024 | KW 20 | 25. Jahrgang | Inserateannahme: 062 823 83 88 | Redaktion: 062 822 07 70 | info@muriwoche.ch | www.muriwoche.ch
BEATRICE WOHNATELIER SILVAN BRAUEN
SUTTER SEELHOFER
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ten.
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«Kostenbremse-Initiative ein Eigentor!»
Dr. med. Stephan Steiner, Facharzt FMH für Allgemeine Innere gauische Gesundheitsversor-
Medizin und Geschäftsleitungsmitglied des Aargauischen Ärz- gung und wo liegen die grossen
teverbandes, kennt das Gesundheitswesen und weiss, wo es im Herausforderungen?
Argen liegt. Die Initiative «Für tiefere Prämien – Kostenbremse Die Aargauische Gesundheits-
im Gesundheitswesen» würde die jetzt schon angespannte Si- versorgung ist meiner Meinung
tuation nur noch verschärfen und ist für Ärzte wie auch Pa- nach sehr effizient, ist aber auf-
tienten eine Einbahnstrasse. Er zeigt hier auf, wieso es nicht grund der chronischen Überlas-
funktioniert, Kosten des Gesundheitswesens an die allgemeine tung in einem äusserst labilen
Teuerung zu koppeln. Zustand. Das System läuft kon-
stant am Anschlag, der Frust ist
Sie sind Facharzt FMH für Allge- freien Markwirtschaft ausgelie- verständlicherweise vielerorts
meine Innere Medizin im Doktor fert sind, was Löhne der Mit- aufgrund der genannten Verän-
Zentrum in Wettingen. Wie hat arbeiterinnen und Mitarbeiter, derungen gross bis sehr gross.
sich die Gesundheitsbranche in Miete, IT- und Energiekosten Es gibt Umfragen unter Ärztin-
den letzten zehn Jahren verän- anbelangt. Einen Teuerungsaus- nen und Ärzten, in denen über
dert? gleich bei den Einnahmen ken- 50 Prozent der Befragten ange-
Dr. med. Stephan Steiner: In nen wir nicht, müssen ihn aber ben, an Burnout-Symptomen
den letzten zehn Jahren sind für bei den Ausgaben mitmachen. zu leiden. Dies ist beängstigend.
mich einige Tendenzen wahr- Der Taxpunktwert ist im Aargau Die aktuelle Polemik mit dem
nehmbar. Zum einen der zuneh- seit 2007 unverändert. «Doctor-Bashing» hilft hier ganz
mende «Druck», Patientinnen Die administrativen Aufwände sicher nicht!
und Patienten ohne hausärztli- haben spürbar zugenommen,
che Betreuung neu aufnehmen sei es bei Rückfragen/Rechtfer- In welche Richtung entwickelt
zu müssen, damit die Notfall- tigungen für Therapien gegen- sich unser Gesundheitswesen,
stationen nicht mit Bagatellen über den Krankenkassen, neuen im Speziellen die Hausarztpra-
überfüllt werden. Durch den behördlichen Auflagen (Daten- xen?
Mangel an Ärztinnen und Ärz- schutzgesetz, Sicherheitskon- Die Hausarzt-, Kinder- und Ju-
ten in der Grundversorgung zepte, Elektronisches Patien- gendmedizin- und Psychiatrie-
(Hausarztmedizin, Kinder- und tendossier, Qualitätsnachweise/ praxen sind an letzter Stelle
Jugendmedizin und Psychiat- Zertifizierungen).Schliesslich der «Nahrungskette», obwohl
rie) gibt es viele Patientinnen ist seit der COVID-19-Pande- Bild: zVg unsere Arbeit nachgewiesener-
und Patienten, die keine andere mie auch eine veränderte Erwar- Dr. med. Stephan Steiner: «Die Kostenbremse-Initiative führt dazu, dass wir massen die kostengünstigste Art
Anlaufstelle als die Notfallstatio- tungshaltung der Bevölkerung zwar gleich viel für die Grundversicherung bezahlen, jedoch weniger dafür er- der medizinischen Versorgung
nen haben. an die medizinische Versorgung halten, selbst bezahlen müssen oder die Behandlungen verzögert erfolgen.» darstellt. Wir können in unse-
Daneben kämpfen wir seit Jah- wahrzunehmen: Vor zehn Jah- ren Praxen bekannterweise 80
ren um die Einführung eines ren erfolgte ein Arztbesuch auf- mehr Patientinnen und Patien- als schlimm oder harmlos einzu- bis 90 Prozent der Probleme ab-
neuen Tarifsystems (TARDOC), grund von Symptomen mit ent- ten müssen abgeklärt werden stufen ist, ist für viele Menschen schliessend lösen. Trotz Veran-
welches flexibler auf die Ent- sprechenden Abklärungen zum mit entsprechender Kostenfolge. ohne medizinisches Fachwissen kerung der Sicherstellung einer
wicklungen reagieren kann, als Ausschluss einer Erkrankung. Die Unsicherheit bezüglich Ein- nicht möglich. Grundversorgung in der Bun-
das überaltete momentane Ta- Heute erfolgen Arztbesuche häu- ordnung von Symptomen/Be- desverfassung (Abstimmung
rifsystem (TARMED). Der Kos- fig ohne Symptome, es soll si- schwerden nimmt zu – und dies Sie verfügen über 18 Jahre Er- 2014) ist hier noch viel zu we-
tendruck in der Grundversor- chergestellt werden, dass keine trotz zunehmender Verfügbar- fahrung in Ihrem Beruf und nig geschehen.
gung steigt, da wir in einem Erkrankung vorliegt. Die Ab- keit von Informationen im Inter- kennen die Gesundheitsbran-
tariflich regulierten Umfeld der klärungen sind jeweils dieselben, net. Die Gewichtung, ob etwas che. Wie effizient ist die Aar- Fortsetzung Seite 3
Kranke
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warten lassen?
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