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ZURZACHER WOCHE
Dienstag, 30. April 2024 | KW 18 | 25. Jahrgang | Inserateannahme: 062 823 83 88 | Redaktion: 062 822 07 70 | info@zurzacherwoche.ch | www.zurzacherwoche.ch
LAURA LILLY RÜDEL MARCO SIGG
MESSINA
Die Trainerin und psy- Unsere jüngste Autorin Der neue Direktor des
chologische Beraterin gibt uns eine etwas an- Museums Aargau stellt
ist Expertin für Poten- dere Perspektive auf die die Museumsarbeit und
zialentfaltung und ach so schlimme Gene- die diesjährige Saison
weiss, wie eine beruf- ration Z. vor.
lich Neuorientierung
klappt.
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«NEIN zur Zweitklassenmedizin und hohen Folgekosten»
Am 9. Juni stimmen wir über die Initiative «Für tiefere Prä- Druck kommen. Hinzu kommt
mien – Kostenbremse im Gesundheitswesen» ab: Die Kosten- die grosse Gefahr, dass Thera-
bremse-Initiative verlangt einen Kostendeckel für grundver- pien zu spät gemacht werden
sicherte Leistungen. Dadurch wird der Versicherungsschutz können und somit hohe Folge-
ausgehöhlt. Die Gesundheitsversorgung wird rationiert. Nur kosten entstehen.
wer es sich leisten kann, wird in Zukunft jederzeit gut ver-
sorgt. Mit der Kostenbremse wird die Zweiklassenmedizin zur Medizinische Versorgung darf
Tatsache. Dagegen wehren sich verschiedene Organisationen doch nicht von der Konjunktur
aus dem Gesundheitswesen gemeinsam. Dr. med. Jürg Lareida, abhängen?
Facharzt Endokrinologie und Diabetologie und Präsident des Der Mechanismus der «Kosten-
Aargauischen Ärzteverbandes, kämpft für ein Nein, und er- bremse» ist absurd. Sie kop-
klärt welche verheerenden Folgen die Initiative hätte. pelt die Gesundheitsausgaben
an die Wirtschaftsentwicklung.
Die Prämien der Krankenkas- verursachen Mehrkosten. Es Doch Erkrankungen treten häu-
sen steigen Jahr für Jahr. Für muss deshalb die Frage gestellt figer auf, wenn die Wirtschaft
viele Menschen ist eine finan- werden, ob der Weg über neue schlecht läuft. So ist beispiels-
zielle Grenze erreicht. Nun will Gesetze der richtige ist. weise die Arbeitslosigkeit ein
die Initiative «Für tiefere Prä- grosses Gesundheitsrisiko. Die
mien – Kostenbremse im Ge- Wieso steigen denn die Prämien Kostenbremse Initiative be-
sundheitswesen» den kontinu- respektive die Gesundheitskos- grenzt die Gesundheitsversor-
ierlichen Anstieg auf politischer ten jährlich so massiv? gung dann am strengsten, wenn
respektive gesetzlicher Ebene Wir alle möchten möglichst es am meisten davon braucht.
stoppen. Ist dies der richtige tiefe Prämien bei maximaler Eine gute Gesundheitsversor-
Weg? Leistung. 80 Prozent der Ge- gung richtet sich nach dem
Dr. med. Jürg Lareida: Tat- sundheitskosten werden durch Bedarf der Patienten und Pa-
sächlich steigen die Kosten für chronische Erkrankungen wie tientinnen und nicht nach der
die obligatorische Grundversi- Herzkreislauf-, Stoffwechsel-, Konjunktur.
cherung seit vielen Jahrzehn- Lungen-, Krebserkrankungen
ten kontinuierlich. Prozentual ausgelöst. Unser System ist so Die Kostenbremse führt also in
steigen die Prämien stärker als gebaut, dass diese 20 Prozent die Zweiklassenmedizin?
die Löhne, absolut stimmt dies der Bevölkerung die bestmögli- Bild: zVg Wenn die Mitte von Kosten
so jedoch nicht. In Franken ha- che Behandlung und Pflege er- Dr. med. Jürg Lareida, Facharzt Endokrinologie und Diabetologie und Präsident spricht, meint sie damit die
ben sich die Löhne viel stärker halten. Die Gesunden erhalten Aargauischer Ärzteverband kämpft für ein Nein: «Die Hausarztmedizin kommt von der Grundversicherung fi-
entwickelt. Dennoch belasten nichts bis wenig, sodass für die noch mehr unter Druck und es entwickelt sich eine Zweitklassenmedizin.» nanzierten Leistungen. Und die
die Krankenkassenprämien das gesunde Bevölkerung nicht of- möchte sie begrenzen. Es geht
Budget vor allem von Familien fensichtlich ist, wieso die Ge- Welche Idee steckt hinter der weder Rationierungen oder li- also nicht darum, dass ein Ver-
mit Kindern. Viele Versuche sundheitskosten ansteigen. Ver- Kostenbremse-Initiative? neare Senkung der Tarife, was sicherter für die Grundversiche-
wurden unternommen, die Kos- besserte Diagnostik, Therapien Die Initiative will, dass die Ge- ebenfalls zu einer Reduktion rung weniger bezahlen muss.
ten in den Griff zu kriegen. Er- wie auch insbesondere das zu- sundheitskosten nur maximal der Leistungen führen muss, Sondern dass die obligatorische
folg hatten diese Massnahmen nehmende Übergewicht bei 20 Prozent mehr als die durch- sind doch viele Leistungen Grundversicherung für die Ge-
kaum, dafür ist der Aufwand für gleichzeitig abnehmender kör- schnittlichen Löhne ansteigen nicht mehr adäquat vergütet. sundheitsleistungen nicht mehr
Administration bei Bund, Kan- perlicher Aktivität führen je- dürfen. Wird dieser Wert über- Es wird somit Nutzen vernich- aufkommt.
ton, Kassen und Leistungser- doch dazu, dass immer mehr schritten, müssen Massnahmen tet. Gleichzeitig wird die Haus-
bringern stark angestiegen, und Leistungen erbracht werden. ergriffen werden. Folge sind ent- arztmedizin noch mehr unter Fortsetzung Seite 3
Kranke
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warten lassen?
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